Samstag, 23. August 2014

FARMSTAY - Leben wie am "Ponyhof"

Ein weiterer Punkt auf unserer Travel-To-Do-List: AUSTRALISCHE WORK EXPERIENCE auf einer typischen Farm. Da es von diesen hier etliche gibt, dachten wir da finden wir bestimmt einen Job. Also beschlossen wir in Darwin, dass auf dem Weg nach Cairns die perfekte Gelegenheit dafür wäre.   Wir stellten auf einer hier sehr populären Website (auf der wir auch unser Auto fanden) unser Inserat rein. Schon am nächsten Tag bekamen wir ein Jobangebot auf einer Cattle Station, welche ca. 4h von Katherine entfernt liegt. Perfekt, da es nur ein kleiner Umweg für uns war fuhren wir dort gleich mal hin um uns die Farm anzuschauen. 

Sobald wir den Highway verließen, gab es nur noch eine einspurige Straße umgeben von viel Sand und trockenen Sträuchern, welche uns immer weiter in die Pampa führte. Verkehrsregel #1: Bei Gegenverkehr (kaum vorhanden aber doch) "Ausweichen". Als wir uns dann durch einige Schranken und Kuhherden durchgearbeitet haben, erreichten wir die Station. Wir wurden sofort herzlich empfangen, als erstes von den vielen Hunden (insgesamt 17 Stück). 2 Familien mit 5 Kindern von 2-8 Jahren und eine junge Lehrerin leben und arbeiten hier irgendwo im Nirgendwo. Da wir Österreicher in Australien kein Arbeitsvisum bekommen, gab's  zwar keine Kohle für uns dafür  bekamen wir aber sonstige Leistungen wie die Unterkunft: eigenes Zimmer mit Doppelbett und Badezimmer, Aufenthaltsraum mit gratis Internet, TV und Waschmaschine - juhu. Nach ca. 1 Monat nur in unserem Campervan, genossen wir diesen Luxus so richtig. Weiteres war auch die Verköstigung inkludiert und die war wirklich vom Feinsten. Wir kamen sogar in den Genuss eines traditionellen australischen Barbecues mit fettem Steak vom eigen gezüchteten Rind. Wir halfen dafür überall fleißig mit wo wir nur konnten. Zu unseren täglich Aufgaben gehörten das Saubermachen des Pferdestalles, das Füttern jeglicher Tiere auf der Farm – dazu gehören: 17 Hunde, 1 Katze, 10 Pferde, 5 Schweine, 9 Hennen und über 9000 Kühe. Die Fütterung der Kühe ist die Aufwendigste von allen, hierzu fährt man täglich mit einem Truck voll beladen mit 100 kg schweren Salzsteinen ins Gelände. Die Kühe brauchen diese Zusatznahrung, um bei der momentanen Trockensaison genügend Nährstoffe aufzunehmen.  Bei der Betreuung der Kids waren wir auch immer aktiv dabei, da die Kinder hier zu Hause unterrichtet werden. Zusätzliche Jobs waren auch noch das Treiben der Kühe mit Quads und anschließendem Check ob die Kälber Verletzungen haben (Bisse von Dingos), Schwanger sind, Entzündungen der abgenommenen Hörner haben und das Markieren neu geborener Kälber. Am Abend ging’s dann öfters auf die Jagd. Ausgerüstet mit Gewehren und Scheinwerfern, starteten wir mit dem Geländewagen los. Zielgruppe sind hauptsächlich Schweine und Wallabys, da sich diese sehr stark vermehren und das teure Futter der anderen Tiere wegfressen. Zudem wurden drei Büffel geschossen und wir konnten zusehen, wie der hauseigene Metzger die Tiere gleich vor Ort zerlegte.  Zum Abschluss durften wir 2 Mädls auch noch unsere Zielgenauigkeit an aufgestellten Bierdosen testen. 
Natürlich stand nicht nur Arbeiten auf  dem Tagesplan. Die Besitzer der Farm versuchten uns das Leben auf der Station so nahe wie möglich zu bringen. Wir bekamen fast täglich Reitunterricht mit den Pferden, mit dem Boot versuchten wir unser Glück beim Fischen am nahe liegenden Fluss (einen hatten wir gleich an der Angel) und dazu sahen wir immer wieder einige Krokodile rumschwimmen – hautnah. Doch das absolute Highlight war ein Flug mit dem  eigenen Helikopter. Echt gewaltig – normalerweise wird dieser nur für das Treiben der großen Kuhherden in der Regensaison und für Notfälle benutzt. Doch um uns zu zeigen wie riesig eigentlich das ganze Gebiet der Farm ist (ca. 800 km²), durften wir auch mal bei Sonnenuntergang mitfliegen...der absolute Hammer. Wir hatten wirklich großes Glück mit den Leuten hier, alle waren so freundlich und aufgeschlossen. Zum Abschluss checkten die technisch begabten Männer noch unseren Van durch, damit wir für die Weiterfahrt wieder volle Gas geben können. Der Aufenthalt war ein echtes Erlebnis, was wir jederzeit wieder machen würden. Wir sind überwältigt von der Herzlichkeit und unkomplizierten Art der australischen Farmer. Wir sind ihnen sehr Dankbar für die unvergesslichen Eindrücke & die tolle Erfahrung. Als kleine österreichische Aufmerksamkeit wurden sie von uns am letzten Abend noch mit Speck- und Kasknedl bekocht. Zum Dessert durfte eine Pfanne Kaiserschmarren natürlich nicht fehlen.  Und nun…können wir uns nach der Ausbildung zu offiziellen FARMERNINNEN weiter auf die Reise machen  :) 


Kommentare:

  1. wow...sehr cool :D
    da klingt arbeiten ja fast schon nach spaß ;)

    viel spaß weiterhin! :)

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